Ein Kiemennetz ist ein senkrecht im Wasser stehendes Netz, das wie eine Wand oder ein Vorhang im Meer platziert wird. Die Netze werden entweder am Meeresboden verankert oder in bestimmten Wassertiefen ausgebracht. Fische schwimmen in die Maschen hinein und bleiben dort hängen. Je nach Maschenweite, Garnstärke, Material, Farbe und Netzaufbau lässt sich beeinflussen, welche Größen und Arten gefangen werden.
Diese Fangmethode wird häufig von kleineren Booten in Küstennähe eingesetzt und ist deshalb besonders in der handwerklichen Fischerei verbreitet. Sie benötigt wenig Treibstoff und technische Ausrüstung und kann gezielt auf bestimmte Arten abgestimmt werden. Bei kurzen Fangzeiten und regelmäßiger Kontrolle der Netze kann die Ware schnell angelandet und frisch weiterverarbeitet werden.
Für die Produktqualität ist wichtig, dass die Fische nicht über längere Zeit im Netz verbleiben. Werden die Netze zeitnah eingeholt und die Fische sorgfältig behandelt, kann eine sehr gute Frische und äußere Beschaffenheit erreicht werden. Da die Fische nicht durch große Fangmengen gedrückt oder mechanisch stark belastet werden, sind sichtbare Fangschäden geringer als bei anderen Methoden.
Gleichzeitig muss die Kiemennetzfischerei verantwortungsvoll gesteuert werden. Maschenweiten, Fanggebiete, Fangzeiten und Kontrollintervalle sind entscheidend, um Beifang zu reduzieren und Bestände zu schützen. Richtig eingesetzt, ist das Kiemennetz eine wichtige Methode für die regionale und handwerklich geprägte Fischerei.